Erwachsene


 

 

Im Herzen des Tals   von Nigel Hinton

 

In einem kleinen englischen Tal kämpft die Heckenbraunelle im Winter um ihr

Überleben. „Ihr Körper war steif, sie musste sich bewegen, um ihre Glieder zu

lockern, aber wenn sie nicht bald Nahrung fand, würde sie sich nicht mehr lange

bewegen können.“

Ein Jahr lang begleitet der Leser die kleine Braunelle und durchlebt mit ihr tiefe

Gefühle, Freude, Angst und Gefahren.

Im wahrsten Sinne des Wortes erleben wir das Leben des Vogels aus der

„Vogelperspektive“: Paarung, Nestbau und Aufzucht der Jungen, Rückschläge und

den instinktiven Willen, Leben zu erhalten. „Diese Schwerarbeit hatte sie zermürbt.“

Ein Sommerbuch, leicht und berührend und hinreißend erzählt.

 


 

Altes Land   von Dörte Hansen

 

Vera kam 1945 als Flüchtlingskind von Ostpreußen ins Alte Land. Nun ist sie sechzig

und lebt allein in dem großen alten Haus, das sie liebt und seither nicht mehr

verändert hat, „ein Partner aus Stein und Eiche, herrisch und selbstgefällig.“

Noch immer ist sie etwas fremd im Dorf, wo Tradition und Fortschritt sich kaum

mehr die Waage halten können. „Der Teil der Welt, der noch in Ordnung war, schien

jeden Tag zu schrumpfen.“

Eines Tages steht ihre Nichte Anna mit ihrem kleinen Sohn Leon vor der Tür, auch

sie sind geflohen aus dem vornehmen Hamburg Ottensen.

Dörte Hansen erzählt mit viel Liebe und Ruhe von den Menschen im Alten Land, von

der Natur und den gemächlichen Veränderungen. Ihre Sprache ist bildhaft und

wunderschön – ein Buch zum Entspannen.

 


 

Der Junge muss an die frische Luft   von Hape Kerkeling

 

Wunderbare Tanten, leckere Sahnetorten und das persönliche Empfinden eines

heranwachsenden Jungen, der mit Situationen konfrontiert wird, die sich keiner

wünscht, lassen dieses Buch zu einem regelrechten Abenteuer werden.

 


 

H wie Habicht   von Helen Macdonald

 

Die stillen Momente im Wald. Die Beobachtung der Vögel am Himmel und die

oftmals poetischen Beschreibungen der Zustände machen dieses Buch sehr

lesenswert. "Nur dieser Lichtpunkt am Himmel, der vorüberzieht und sich im

Schatten der Welt verliert."

 


 

Die dunkle Seite des Mondes   von Michael Suter

 

Urs Blank ist ein erfolgreicher Anwalt für Wirtschaftsfusionen und hat keine Skrupel,

Geschäftspartner zu übervorteilen. Sein Leben ist durchgeplant und vorhersehbar.

Eines Tages lernt er die unkonventionelle Lucille kennen, die ihn zu einem Trip mit

halluzigenen Pilzen einlädt. Der Genuss eines bestimmten Pilzes führt bei ihm zu

einer dramatischen Persönlichkeitsveränderung, die aggressives Potential in ihm

freisetzt. Blank flieht in den Wald um diesen Pilz zu suchen und hofft, sich dadurch

aus dem Alptraum befreien zu können.

Das Buch ist nicht unbedingt ein Aufheller, aber spannend und mitziehend. 

 


 

Morgen ist leider auch noch ein Tag 

Irgendwie hatte ich von meiner Depression mehr erwartet   von Tobi Katze

 

Lieber Tobi Katze, natürlich ist die Depression ein ernstzunehmendes

Krankheitsbild und schlimm für die Menschen, die es betrifft, aber Ihre Art die

körperlichen Zustände und Gedanken in mitreißende Sätze zu verwandeln hat  

mich zutiefst beeindruckt. Selten hatte ich beim Lesen eines Buches so stark das

Bedürfnis Sätze nicht lesen sondern hören zu wollen. Da ich ja weiß, dass Sie aus

der Sicht eines Betroffenen schreiben, wünsche ich Ihnen erst einmal gute

Besserung und hoffe aber zugleich, dass wir noch viele interessante

schriftstellerische Erfahrungen von Ihnen lesen und hören werden. 

 


 

Kitchen   von Banana Yoshimoto 

 

Keine Schriftstellerin schafft es so schnell mich in die Tiefe ihrer Figuren zu ziehen,

wie die japanische Schriftstellerin Banana Yoshimoto.

Ob sie über die Liebe zur Küchen schreibt oder Begegnungen schildert, die eine tiefe

Trauer deutlich machen, man folgt ihr bereitwillig in die Gefühlsstürme ihrer

Geschichten. 

 


 

Die Hütte   von William Paul Young

"Ein Kind wird beschützt, weil es geliebt wird, nicht, weil es ein Recht darauf hat,

beschützt zu werden."

Nachdem seine kleine Tochter Missy verschwunden ist und offenbar einem

Verbrechen zum Opfer fiel, wird Machenzie von der großen Traurigkeit beherrscht.

Vier Jahre später erhält er eine Einladung in die Hütte, in der die letzten Spuren

gefunden wurden. Drei Tage verbringt er dort und wird danach für immer verändert.

Das Buch ist überraschend, wunderbar und tut richtig gut!

 


 

Der Tod kommt nach Pemberly   von P.D. James

 

"Ihr müsst ihn suchen. Sie sind im Wald. Warum tut ihr denn nichts?

O Gott, er ist tot, ich weiß es…"

„Stolz und Vorurteil“, der Roman von Jane Austen findet hier seine Fortsetzung.

P.D. James schreibt im schnörkeligen Stil Jane Austens die Geschichte von Darcy

und Elizabeth weiter und verwickelt Pemberly und alle bekannten Figuren in eine

Mordgeschichte.

Alle Leserinnen, die Jane Austen lieben, sollten dieses Buch lesen.

 


 

Funkstille   von Tina Solimann

 

Wenn Menschen den Kontakt abrechen.

Das Buch begleitet Verlassene auf der Suche nach Antworten und spricht mit den

Menschen, die wortlos gegangen sind.

 


 

Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine

eigene Scheißjugend   von Andreas Altmann

 

Ein schonungsloser, detaillierter Blick in familiäre Abgründe. Wortgewandt und

offenherzig beschreibt der Autor seine Erlebnisse.

 


 

Buh   von Leander Haußmann

 

Wer Sätze mag wie: "In ihrem Wuschelpullover steckte sie in ihrem Drehstuhl und

beherrschte das kleine Theater wie eine schwebende, pinkfarbene Fluse", wird das

Buch von unserem ehemaligen Theaterintendanten in Bochum (1995-2000) mögen.

Leicht skurril, mit einem sensiblen Blick für das Absurde, nimmt uns der Autor mit

auf seine persönliche Reise. Bitte mehr davon!

 


 

Da geht noch was - Mit 65 in die Kurve   von Christine Westermann

Die bekannte Journalistin Christine Westermann (Zimmer frei) arbeitete zwei Jahre

an Ihrem Buch, in dem sie kurze persönliche Episoden beschreibt. Sie schildert

Begegnungen mit Freunden, Gedanken bei Spaziergängen und Beobachtungen.

 

Ein interessantes Buch, für Fans und welche die es werden wollen.

 


  

F   von Daniel Kehlmann

 

Die Hauptfiguren offenbaren ihre Schwächen in einem sprachlichen Labyrinth von

Möglichkeiten. Wendeltreppen, die ins Nichts führen. Hypnotische Sitzungen, die

einen Vater veranlassen seine Kinder zu verlassen...

Man liest sich in Trance und lässt danach benommen das Buch fallen.

Großes Kopfkino!   

  


  

Portrait eines Süchtigen als junger Mann   von Bill Clegg

 

Die biografische Geschichte eines cracksüchtigen Literaturagenten.

Poetisch, kraftvoll und mit einem feinnervigen Blick auf die Abgründe der Sehnsucht.

Überraschend lesenswert!   

  


  

Blackout – Morgen ist es zu spät   von Marc Elsberg

 

Mitten im Winter fällt der Strom aus. Erst in einer Stadt in Deutschland, dann in

weiteren Städten, dann in ganz Deutschland, dann in Europa. Und der Spuk ist auch

nach Tagen noch nicht vorbei. Welche Konsequenzen hat ein anhaltender kompletter

Stromausfall für die Menschen, die Tiere, für alles, was ein Land ausmacht? Und vor

allem, was ist die Ursache? 

Mich hat dieser Roman gepackt und sehr, sehr nachdenklich gemacht. Keine Lektüre

für sensible Nerven aber unbedingt empfehlenswert.   

 

 


 

Katzentisch   von Michael Ondaatje

 

Der 11-jährige Michael, genannt Mynah, unternimmt mit Freunden eine Schiffsreise

von Ceylon (heute Sri Lanka) nach England. An Bord begegnen den Jungen allerlei

interessante und merkwürdige Menschen mit ihrer Geschichte und ihren Geschichten.

Leicht und doch tiefsinnig erzählt Michael Ondaatje (der Autor von „Der englische

Patient“) die Begegnungen an Bord und am „Katzentisch“, wo Traum und

Wirklichkeit miteinander verwoben werden. Der Leser erfährt durch die Augen der

Kinder eine besondere Sicht auf die Werte des Lebens.

Ein wunderschönes Buch für die Urlaubszeit!   

  

 


 

LiesWAT! e.V. Förderverein der Bücherei Wattenscheid - Gertrudenhof 3 - 44866 Bochum - 02327/86818